Kurze Antwort: Nein. Etwas genauer: Die Frage ist eigentlich unklar gestellt bzw. irreführend, denn zur Beantwortung muß erstmal klar sein was überhaupt mit dem Wort “Geld” gemeint ist. Nämlich “Gutes Geld” oder Fiat-(=Betrugs-)Geld?

Lange Antwort: Ich drücke mich jetzt um das langwierige Aussortieren von Ideen und Begriffen, die mit dem Wort “Geld” verbunden werden, weil das nicht viel weiter hilft und beschränke mich auf eine positive Aussage: Bitcoin ist ein Zahlungssystem, ein Werkzeug. Nichts weiter. Es geht um die Übertragung von Informationen (“wer hat die Münze in der Hand”).

Informationsübertragung kennt jeder, z.B. von Emails. Doch die “Information” bei einem Zahlungsmittel hat die eine Besonderheit, daß nur ein bestimmter Teilnehmer im System vollständige Kontrolle über diese Information hat (= damit bezahlen kann). Sonst macht es keinen Sinn, wenn ich etwa Münzen ausgebe und gleichzeitig jemand anderer eine Kopie der gleichen “Münzen” ausgeben könnte. Das ist das sog. Problem des doppelten Ausgebens (“double spending”), das Bitcoin elegant mit der Blockchain löst – finde mehr dazu hier.

Eine Email kann der Empfänger weiterversenden, kopieren, vervielfältigen. Bei einem Zahlungsmittel wäre das natürlich widersinnig. Ganz anders als bei einer Email läuft eine Zahlung so ab: Jetzt gerade habe ich noch die Kontrolle über meine Bitcoins, im nächsten Moment übertrage ich die Kontrolle über eine bestimmte Summe auf jemand anderen.

Wenn Bitcoin kein Geld ist, was ist dann Geld?

Und um doch noch kurz etwas über Geld zu sagen. (Gutes) Geld ist das, was sich natürlicherweise selbst herausbildet bei wirtschaftlichem Austausch. Tauschhandel ist dabei die einfachste Wirtschaftsbeziehung. Sehr schnell und vor allem von selbst bildet sich dabei sog. “Warengeld” heraus. Das sind Güter, die sich besonders leicht transportieren, teilen und tauschen lassen, weil sie allgemein gebräuchlich und nützlich sind oder als wertvoll angesehen werden. Historisch: “Zigarettenwährung”, Salz, Gewürze, Edelmetalle, etc. Selbst wenn nun noch abstrakte Wertpapiere auf diese Werte ausgestellt werden, sind diese immer noch an reale Werte gebunden.

Einräumung: Ja, sobald Abstraktionen von echten Werten, nämlich Wertpapiere, ins Spiel kommen, ist ein Betrugssystem innerhalb der Geschäfte eines Kreditgebers (Bank) möglich. Er kann mehr Wert auf Papier ausgeben, als er tatsächlich zur Deckung besitzt. Doch dieser Betrug ist immer beschränkt auf diesen einen Marktteilnehmer. In einem ehrlichen Geldsystem wäre das illegal und würde bei Aufdeckung als Betrug bestraft werden.

Was heute Geld genannt wird

Der Vorgang der Mehrfachbeleihung (Fractional Reserve Banking) bzw. Gelderzeugung aus dem Nichts ist heute aber kein Betrug, sondern das herrschende Geldsystem. Das ist gleich mehrfach falsch.

  1. Hier wird ein Zins verlangt, der echten Gegenwert fordert, selbst aber ohne Gegenleistung einfach erfunden wurde. D.h. der Gelderfinder kann ohne eigene Gegenleistung echte Ressourcen und Werte durch einen so gut wie nicht wahrnehmbaren Trick zu sich heranziehen, besser: stehlen.
  2. Da ein Teil des Geldes aller Sparer einer so arbeitetenden Bank immer ausgegeben werden muß, ist nie das gesamte Geld als Sichteinlage für alle abrufbar. D.h. hier werden die anständigen Sparer angelogen und nicht über ihr eigentliche Risiko informiert. Es wird vollständige Sicherheit und Zinsgewinn suggeriert, während im besten Fall tatsächlich nur ein Bruchteil real vorhanden ist.

Mit diesem “Geheimnis”/Informationsvorteil oder auf deutsch: Betrug kann der mehrbachbeleihende Kreditgeber also illegale Zinsgewinne auf das Risiko anderer einfahre. Dieser Vorgang kommt mittlerweile selbst Uneingeweihten schon bekannt vor aus den Medien: Gewinn für die Bank – Risiko/Haftung für die Sparer.

Absurderweise befinden wir uns heute in einer Welt, in der die Scheinwerterzeugung nicht nur innerhalb eines Kreditgebers (Bank) möglich ist, nicht nur nicht illegal ist, sondern: Dieses System ist unglaublicherweise sogar gesetzlich festgelegt und wird überall bis zum Exzess praktiziert. Das wird dann auch noch als Fortschritt dargestellt im Vergleich zu einem angeblich rückständigem Geld, das auf Wertdeckung (Gold) basiert.

Nicht nur ist die “Eigenkapitalrate” für Kreditgeschäfte der Banken lächerlich klein, sondern schon dieses “Eigenkapital” ist eine Luftnummer (ein Kredit der Zentralbank). Dadurch, daß dieses System in Amtdeutsch gegossene Weihen empfängt, wird die Lüge jedoch um keinen Deut besser, sondern es wird sogar noch eine Lüge hinzugefügt: Die Glaubwürdigkeit des Staates wird zur Verschleierung und die Staatsgewalt als Zwangssystem gegen die eigenen Bürger verwendet.

Fazit

Nach dieser knappen Erklärung zu Geld wird hoffentlich klar: Bitcoin ist kein Geld. Bitcoin ist ein Zahlungssystem, bzw. Verrechnungssystem von an sich wertlosen Einheiten. Diese Einheiten erzielen wegen ihrer Eigenschaften einen Preis auf einem Markt (Angebot/Nachfrage). Es ist der mathematisch abstrahierbare Teil des Zahlungsvorgangs. Der andere Teil muß als echter Gegenwert auf einer anderen Ebene ausgetauscht werden. Der Unterschied zum heutigen Scheingeld (Euro, Dollar, etc.) ist: Es gibt eine feste Menge, keiner verdient an Zinsen auf leere Luft, keine hierarchische Unterteilung zwischen Gelderzeugung (Elite) und Zinszwang (Geldbenutzer, Melkkühe).

Bitcoin zeigt eine mögliche Art und Weise, Austausch zu organisieren. Die Teilnahme ist freiwillig. In einem ehrlichen Geldsystem gäbe es zudem Konkurrenz und andere Geldformen. Dort würden sich Formen herausbilden, die besser zum Sparen oder besser zur Verrechnung geeignet sind. Auch heute ist das schon möglich: Edelmetalle und reale Werte zum Sparen = Werterhalt, Bitcoin zum digitalen Bezahlen, mehr zum Thema Bitcoin Revolution Erfahrungen dort.. Es sind gegenseitige Ergänzungen für den Nutzer. Geld ist nicht “eine einzige Sache” oder das, was irgendeiner behauptet (und wenn es der Staat ist), sondern Geld ist das, was wie Geld funktioniert.

Der Markt, der Kapitalismus, die Banken, die sind alle weder schuld an der Geldkrise, noch werden sie verschwinden, auch nicht nach einem Crash. Das Problem ist der staatlich geschützte und verschleierte Betrug durch das Scheingeldsystem. Die Banken und Investoren sind hier quasi nur die Kakerlaken, die immer einfach das fressen, was sie finden. In einem ungezieferverseuchten Haus meint auch keiner, daß das Ungeziefer schuld ist an diesem Umstand. Der Grund ist natürlich der Dreck und die dunklen Löcher, die die Viecher anlocken.

Bitcoin ist allein sicher keine wirkliche Lösung für das Ganze. Bitcoin zeigt einzig und allein, daß es ganz anders geht! Gutes Geld und gerechter Austausch hat hauptsächlich damit zu tun, ob man selbst versteht, was aufrichtiger und gerechter Austausch ist, und über welches System das abgewickelt wird. Nur wer das versteht, ist sicher vor Betrug, auch vor weltweitem, mehrheitlich geglaubtem, propagandagestütztem, staatlichem Betrug.